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Schmerzpsychologisches Kolloqium | Chronische Schmerzen sind biopsychosozial – wissen Kinder, Jugendliche und Erwachsene das?

24. Juni, 2026, 18:00 - 19:30

- €40,

Das biopsychosoziale Modell gilt heute als evidenzbasierte Grundlage zur Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen (primären) Schmerzen. Inwieweit Kinder, Jugendliche und Erwachsene jedoch entsprechendes „biopsychosoziales Wissen“ haben, ist bis dato weitestgehend unbekannt. Schmerzkonzepte, also das Wissen und Verständnis von Betroffenen, was Schmerz ist, welche Funktion Schmerz hat und welche Prozesse zu Schmerz führen, werden in der Forschung als modulierende Faktoren für die Therapie-Compliance und den Outcome diskutiert. Aktuelle Befunde zeigen, dass ein biologisches Schmerzkonzept („es liegt eine körperliche Ursache der Schmerzen vor“) mit dem Wunsch nach einer medizinischen Behandlung einhergeht, die nicht dem evidenzbasierten Ansatz einer multimodalen Therapie für chronische (primäre) Schmerzen entspricht. Edukationen, wie die Psychoedukation oder „Pain science education“ gelten als therapeutische Methoden, um das konzeptuelle Wissen von Betroffenen zu thematisieren und ggf. Misskonzepte zu verändern. Die individualisierte Anpassung von Edukationen basierend auf den biopsychosozialen Schmerzkonzepten der Betroffenen könnte eine zukunftsweisende Forschungsrichtung sein. Allerdings sind biopsychosoziale Schmerzkonzepte von Betroffenen bisher wenig erforscht, nicht zuletzt aufgrund fehlender Messmethoden.

Im Vortrag wird daher eine neue Messmethode, die Biopsychosoziale Schmerzkonzept-Matrix (BiPS Matrix), in ihrer Entwicklung vorgestellt und erste Befunde an Kindern und Erwachsenen präsentiert. Die theoretische Fundierung der BiPS Matrix liegt dabei neben dem biopsychosozialen Modell im Common-Sense Model of Self-Regulation (CSM), welches fünf Dimensionen annimmt, wie Schmerz internal repräsentiert sein kann: (1) Art der Erkrankung, (2) Annahmen zur Ursache, (3) Konsequenzen, (4) zeitlicher Krankheitsverlauf und (5) Möglichkeiten der Kontrolle/Behandlung. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich in ihren biopsychosozialen Schmerzkonzepten unterscheiden, und dass insbesondere soziale Faktoren (wie die Erkrankung eines Elternteils) mit der Ausprägung assoziiert sind. Erste Untersuchungen an Erwachsenen anhand der Methode der Latent profile analysis zeigen fünf distinkte Profile auf, die sich in ihren Ausprägungen von biologischen, psychologischen und sozialem Wissen unterscheiden.

Diese Untersuchungen liefern wichtige erste Hinweise zur Erfassung und zum Verständnis von biopsychosozialen Schmerzkonzepten und mittelfristig zur Möglichkeit, individualisierte (Psycho-)Edukationen auf der Basis bestehender Schmerzkonzepte anzubieten. Die Ergebnisse sowie deren Transfer in die Therapie sollen im Kolloquium gemeinsam diskutiert werden.

Die Moderation übernehmen Catherina Lenhof und Linda Wickering (Universität Trier).

Fortbildungspunkte: 2
Referent*innen:
– Tanja Hechler
Anmeldung erforderlich
E-Mail: akademie@dgpsf.de
Internet: https://www.dgpsf-akademie.de/kolloquium
Gebühr pro Teilnehmer: 40,- €

Details

Veranstalter

  • Infinite Science GmbH

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Veranstalter

  • Infinite Science GmbH