Austausch und Verbundenheit von Menschen verschiedenen Alters haben eine lange Tradition von
unschätzbarem Wert. Der Kreis ist eine der ältesten Formen des Rat-Haltens und ermöglicht ein
kraftvolles Miteinander. Es entsteht eine Gleichwertigkeit, in der die Teilnehmenden ihre Gaben zur
Verfügung stellen, die eigene Stimme finden, Verantwortung für ihre Beiträge übernehmen und in
Resonanz gehen. So kann sich eine Gemeinschaft und ein tragendes Netz bilden. Die Sehnsucht
nach Zugehörigkeit und Verbundenheit als Gegengewicht zu Vereinzelung und Isolation ist in
diesen unruhigen Zeiten immens hoch.
Eine Therapiegruppe ermöglicht authentische Begegnungen und lebendigen Kontakt. Das
Gruppengeschehen ist komplex, voller Überraschungen und stellt für uns Leiter*innen eine
Herausforderung dar. Wir sind nicht nur dafür zuständig, einen sicheren Rahmen zu schaffen, den
roten Faden zu behalten, Deutungen anzubieten, das Erzählte zu bewahren und die Gruppe durch
das Thema zu führen, sondern wir brauchen Lust auf die Komplexität des Gruppengeschehens, das
voller Überraschungen ist. Auch wir werden sichtbar mit unseren Stärken und Schwächen – das
erfordert Mut und Souveränität. Und wir haben eine Vorbildfunktion hinsichtlich Zuverlässigkeit,
Verbindlichkeit und den Umgang mit Konflikten und Gefühlen.
Das Seminar möchte Sie inspirieren, kreativ gruppentherapeutische Interventionen zu gestalten, Ihre
persönliche Begeisterung und Ihr Potential als Therapeuten*innen mit hineinzuflechten und die
Erzählungen der Patienten*innen als heilsame Medizin zu betrachten.
Zur Veranschaulichung wird neben einer Einführung eine selbsterfahrungsorientierte und
praxisnahe Gruppensitzung stattfinden mit Gelegenheit zu anschließender Reflexion und
Diskussion.
Fortbildungspunkte: 7
Referent*innen:
– Doris Löwisch
Anmeldung erforderlich
Internet: https://www.dptv-campus.de
Gebühr pro Teilnehmer: 90,- €
